Neun Tipps für Welpenbesitzer

„Ich habe mir einen kleinen Welpen zugelegt. Was sollte ich jetzt beachten, um ihn nicht total zu verziehen?“

Sozialisierung

Ein Dackelwelpe spielt mit zwei ausgewachsenen Hunden. Einer davon ziemlich groß.Ja, der kleine Welpe wirkt sehr zerbrechlich und am liebsten würde man ihn in Watte packen. Aber das wäre ein großer Fehler. Ein Welpe braucht den Kontakt zu anderen Hunden, um das richtige Sozialverhalten zu lernen. Suchen Sie sich eine Hundewiese, auf der sie regelmäßig andere Hundehalter mit ihren Lieblingen treffen. Und nehmen sie ihren kleinen Schatz nicht sofort auf den Arm, wenn ein größerer Hund kommt. Sie werden erstaunt sein, wie liebevoll große Hunde mit ihrem Winzling spielen. Nehmen sie ihren Welpen jedes mal auf den Arm, wenn ein großer Hund kommt, bringen sie ihm bei, dass diese Hunde gefährlich sind. Sie erziehen sich einen Kläffer, der jedes mal einen riesen Aufstand an der Leine macht, wenn er andere Hunde sieht. Und das wollen sie wirklich nicht.

Welpenspielstunde: Vor- und Nachteile

Eine Welpenspielstunde ist sicherlich super für ihren Kleinen. Vor allem, wenn er mit gleich großen Hunden spielen kann. Sind in ihrer Welpenspielstunde sowohl kleinwüchsige Welpen als auch Welpen größerer Hunderassen, dann wird es etwas schwierig. Welpen haben noch kein gutes Sozialverhalten und außerdem nur Unfug im Kopf. Der Boxerwelpe wird nicht verstehen, dass der Dackelwelpe viel kleiner und zerbrechlicher ist, als er selbst. Suchen sie sich eine Welpengruppe in der gleichgroße Hunderassen vertreten sind, sonst überfordern sie ihren Kleinen.

Und noch etwas: Die Welpenspielstunde ersetzt nicht den Kontakt mit erwachsenen Hunden. Nur erwachsene Hunde werden ihrem Kleinen beibringen, wie man sich richtig zu verhalten hat. Bellen, knuffen, wegschubsen und auch mal böse anknurren und verjagen … das alles gehört zum Hundeverhalten dazu. Ein gut sozialisierter Hund wird ihren Liebling nicht beissen … auch wenn es manchmal so aussieht.

Aus meiner Sicht ist eine Welpenspielstunde nett. Aber absolut unnötig, wenn ihr Welpe genug Kontakt zu anderen Hunden hat. Er wird auch ganz toll mit großen Hunden spielen. Und die erziehen ihn dabei auch noch.

Erziehung

„Einen Welpen kann man noch nicht erziehen.“ Was für ein ausgemachter Blödsinn! Natürlich kann man einen Welpen erziehen. Schon ab dem ersten Tag. Wenn sie das nicht machen, ziehen sie sich einen Haustyrannen heran, der nur zu ihnen kommt, wenn er etwas braucht.

Binäre Kommunikation

Dackelwelpe mit seinem OnkelFür die Erziehnung kann ich nur die Methode nach Anton Fichtlmeier empfehlen. Besonders das Buch „Der Hund an der Leine“ zeigt die wichtigsten Schritte um dem Kleinen den Unterschied zwischen Richtig und Falsch beizubringen.

Um es ganz knapp zusammenzufassen: Fichtlmeier setzt auf die Binäre Kommunikation.

Was ist das? Ein Hund versteht komplexe Sprache nicht. Auch wenn wir manchmal den Eindruck haben. Aber ein Hund versteht „Ja“ und „Nein“. Denn so kommunizieren Hunde auch untereinander. Zeigt der Hund unerwünschtes Verhalten sagen wir ihm sowohl mit der Körpersprache als auch der Stimmfarbe: „NEIN! Das ist falsch!“
Ändert er sein Verhalten, müssen wir augenblicklich unsere Haltung ändern und überschwänglich freundlich werden. „Ja! Super! Das hast du fein gemacht!“
Mein Welpe hat auf diese Weise innerhalb von zwei Minuten das Kommando „Bleib!“ verinnerlicht. Zwei Minuten! Ich habe es selbst kaum glauben können.

Will es das Herrchen oder will es der Hund?

Es ist ja schon süß, wenn der Kleine zu uns kommt und spielen will oder kuscheln. Aber Moment mal. Sind wir zu ihm gekommen und wollten das? Oder hatte er gerade Lust und will jetzt, dass wir das machen, was er möchte? Ja, ich weiß. Es ist wirklich schwierig diesem kleinen Fellknäul einen Wunsch abzuschlagen. Aber der Kleine muss lernen, dass nicht jeder nach seiner Nase tanzt. Mein Dackelwelpe kann so süß schauen, dass Steine zu seufzen anfangen. Aber will ich mich von dem Dackelblick erpressen lassen?

Ignorieren sie den Kleinen, bis er sich hinlegt. Dann rufen sie ihn zu sich und machen was er vor wenigen Minuten wollte. Jetzt haben sie bestimmt, was gemacht wird. Nicht der Welpe. Und das hat er verstanden. Er ist ihnen deswegen auch nicht böse.

Hundeschule

Jetzt haben sie ja das wichtigste schon gelesen und außerdem garantiert schon drei Welpenbücher gelesen. Also müssen sie auch nicht mehr in die Hundeschule. „NEIN! Falsch!“

Sie können noch so viel lesen. Es werden sich dennoch immer wieder Fehler einschleichen. Und nur ein geübter Hundetrainer wird die Fehler bemerken. Ja, es kostet ein paar Euro. Aber was sind ein paar Euro gegenüber 15 Jahren Stress durch einen unerzogenen Hund?

Gehen sie zu einer Hundeschule! Und auch hier kann ich wieder Hundetrainer empfehlen, die nach der Fichtlmeier Methode unterrichten. Möglicherweise müssen sie ein paar Kilometer weiter fahren. Aber es lohnt sich.

Quietschespielzeug

Ein kleiner Dackelwelpe mit ganz süßem BlickGehe ich in einen Laden für Hundebedarf, dann ist die Auswahl an Hundespielzeug enorm. Hunderte verschiedene Sachen. Und fast jedes von diesen Dingern quietscht! Und ihr Welpe findet das auch noch total klasse. „NEIN! Falsch!“

Finger weg von Quietschespielzeug!

Beobachten sie mal ihren Welpen. Wenn er mit anderen Hunden herumtobt und ihm wird das alles zu viel … was macht er? Er fiept in den höchsten Tönen. Und der andere Hund (sofern er nicht mit Quietschespielzeug aufgewachsen ist) wird sofort von ihm ablassen. Quietschen ist ein Warnsignal in der Hundesprache. „Vorsicht! Du tust mir weh!“
Lassen sie ihren Kleinen mit Quietschespielzeug spielen, dann lernt er, dass Quietschen gleichzusetzen ist mit „Super, das macht Spass. Weiter so!“

Autofahren

Zeigen sie dem Welpen so früh wie möglich alle Situationen des Alltags. Auto, Bus und Bahn werden dem Hund in seinem Leben immer wieder begegnen … und er wird auch darin mitfahren müssen. Machen sie das regelmässig und nehmen den Kleinen in seiner Lieblingstasche mit … oder … wenn der Kleine gar nicht so klein ist … nehmen sie seine Kuscheldecke oder sein Lieblingsspielzeug mit. Dann verbindet er Auto, Bus und Bahn mit angenehmen Situationen.

Kontakt mit anderen Menschen und Kindern

CooperIhr Welpe muss unbedingt lernen, dass ihn andere Menschen und vor allem Kinder anfassen dürfen. Und mit anderen Menschen meine ich nicht nur ihre Familie und Nachbarn. Fremde Menschen. Ihr Welpe ist wahrscheinlich eh so süß, dass ihn jeder anfassen will. Also lassen sie das zu. Üben sie das regelmäßig. Sonst ziehen sie einen  kleinen Westentaschenbeisser heran.

 

Es gäbe noch unzählige andere Tipps und Tricks im Umgang mit dem Welpen. Aber das sind aus meiner Sicht die wichtigsten, um ihren kleinen Liebling auf das Leben vorzubereiten.

 

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