Wie überwindet man eine Schreibblockade? (Teil 2)

Im ersten Teil ging es darum, wie man Schreibblockaden mit einfachen Mitteln vermeiden kann. Aber was machst du, wenn du trotz all der tollen Tipps immer noch nichts zu Papier bringst? Im zweiten Teil zeige ich dir, wie du mit ein paar einfachen Hilfsmitteln die Phantasie wieder ankurbelst.

Interview mit einem Protagonisten

Du bist schon mitten in der Geschichte, aber irgendwie hast du keine Ahnung, wie es weiter gehen soll. Dir fällt einfach nichts ein. Zum Glück bist du ja nicht allein. Frag doch einfach den Protagonisten der Geschichte.

Nein, ich bin nicht völlig durchgedreht. Setz dich hin, mach ein leeres Dokument auf und fang an. Stell dir vor, du bist ein Journalist und dir gegenüber sitzt dein Protagonist. Nutze diese einmalige Gelegenheit und erfahre mehr über deinen Helden.
Aber welche Fragen soll ich ihm oder ihr denn stellen?
Ganz einfach.

»Hallo XY, ich habe schon eine Menge über dich gelesen. Jetzt frage ich mich, wie es dir im Moment geht. Kannst du mir deine Gefühle beschreiben?«
»Du steckst in der Klemme? Was ist das Problem?«
»Und wie denkst du, wirst du das Problem lösen?«
»Ach es ist eine Herzensangelegenheit? Weiß die Dame denn von ihrem Glück? Nicht? Warum denn nicht?«

Quetsch deinen Protagonisten nach Herzenslust aus. Ach, und bei der Gelegenheit kannst du ja auch gleich einen Interviewtermin mit dem Bösewicht ausmachen. Der steht nämlich auch gerne im Rampenlicht. Wenn du weißt, was deine (Anti)Helden gerade bewegt, dann klappt das auch mit dem Schreiben wieder.

Es lebe der Plot (und die Struktur)

Du bist kein großer Planer. Schreiben ist für dich eine Sache der Stimmung. Alles kommt von ganz alleine. Naja, bis auf die Momente, wo nichts kommt. Was hältst du davon, doch mal ein wenig zu planen? Fang mit dem Plot an und arbeite dich zur Storyline vor.

Nein, Plot und Storyline sind nicht dasselbe. Einen Plot kann man normalerweise in drei bis fünf Worten zusammenfassen. Beispielsweise »Tomaten töten Aliens«. Im Grunde kannst du beliebige Worte verwenden, um einen Plot zu entwickeln. Benutze mindestens ein Subjekt und ein Verb.
»Liebe führt zu Hass.«
»Geld macht unglücklich.«
»Stroh bringt die Rettung.«

Du verstehst, was ich meine. Hast du einen Plot, dann kannst du daraus eine Storyline entwickeln. Ist dir bei den vier Plots schon etwas eingefallen?

Ob du die Storyline jetzt in drei, vier, fünf oder sieben Akten (nicht mit Kapiteln zu verwechseln) schreibst, ist relativ egal. Du brauchst mindestens einen Anfang, einen Mittelteil und ein Ende. Fang mit groben Pinselstrichen an und male dann immer mehr Details. So kannst du in kurzer Zeit den Ablauf der Geschichte planen.

Kommt dein Protagonist unterwegs auf die Idee, dass er manche Dinge anders machen will. Gut! Gib ihm nach. Er hat die besten Ideen. Nimm dir nur ein wenig Zeit um deine Storyline anzupassen. Wenn du dann mal hängst, reicht meist ein Blick auf die Struktur der Geschichte und du weißt, wie es weitergeht.

Clustering

Cluster_zu_ClusteringClustern ist einfach und macht Spaß. Nimm ein großes Blatt Papier und einen Stift. Nein, nicht deinen Computer. Es muss Papier und Stift sein.

Schreib ein Wort in die Mitte des Blattes. Male einen Kreis darum. Jetzt ziehst du die Linie des Kreises so oft nach, bis dir eine Assoziation zu dem Wort einfällt. Aufschreiben, Kreis drum, weiter.

Dadurch, dass du die Kreise um die Worte malst und sie immer wieder nachziehst, wird deine »kreative« Hirnseite aufgeweckt.

Wenn du ein paar Minuten geclustert hast, kommt dir ganz plötzlich ein Geistesblitz. Natürlich! Und schon geht es weiter mit dem Schreiben.

Storycubes

Und wenn es mal gar nicht klappen will? Dann schreib etwas anderes. Schreib eine Kurzgeschichte, die bringt dich auf andere Gedanken. Keine Idee für eine Kurzgeschichte? Kein Problem. Benutz Storycubes.

Die gibt es als echte Würfel oder aber als App. Die Storycubes sind Würfel mit Bildern auf den Seiten. Die liefern dir alles, was in deine Geschichte rein muss. Spinn einfach ein bisschen rum.

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