Wie überwindet man eine Schreibblockade? (Teil 1)

Eine Schreibblockade trifft jeden einmal. Wie man damit umgeht, macht den Unterschied. Ich kann sie akzeptieren und Trübsal blasen oder ich kann sie mit einfachen Mitteln in die Wüste schicken. Oder noch besser, man lässt sie erst gar nicht aufkommen.

Schreibblockade vermeiden

Das Beste wäre natürlich, wenn die Schreibblockade erst gar nicht zu Besuch kommt. Wie kann ich sie also von vornherein vermeiden?

Feste Schreibzeiten

Das größte Problem ist der innere Schweinehund. Im Haushalt gibt es ja immer so viel zu tun. Besonders dann, wenn man eigentlich schreiben wollte. Die Küche könnte mal wieder aufgeräumt werden. Die Fenster wurden schon lange nicht mehr geputzt. Hab ich den Müll schon rausgebracht? Meine Lieblingsserie läuft aber doch grade im Fernsehen!

Schluss damit! Lass die Ausreden stecken, die kennen wir alle. Richte dir feste Schreibzeiten ein. Natürlich sollten sie zu deinem kreativen Rhythmus passen. Kannst du morgens am besten schreiben oder abends? Dann pack dir das in deinen Terminkalender. Jeden Morgen eine halbe oder ganze Stunde. Und stell einen Wecker, der dich daran erinnert. Keine Ausreden. Der Haushalt kann noch warten.
Aber ich habe einen Job – da bleibt einfach keine Zeit zum Schreiben. Quatsch! Wenn du wirklich schreiben willst, dann findest du die Zeit. Du bist ein Morgenmensch? Dann stell den Wecker eine halbe Stunde früher und nutze die Zeit um Worte aufs Papier zu bringen. Bist du ein Abendmensch? Dann schalt die verdammte Glotze ab und schreib! Pendelst du in der Bahn? Dann schnapp dir deinen Laptop und schreib unterwegs.

Ich selbst schreibe im Moment während der täglichen Bahnfahrt. Dreißig Minuten am Morgen, dreißig Minuten am Abend. Damit schaffe ich 120 Seiten pro Monat. Wo also sind deine 120 Seiten? Auf dem Sofa schreiben sie sich nicht!

Mitten im Gedanken aufhören

Wenn wir schreiben, dann neigen wir dazu, einen Gedanken zu Ende zu bringen. Wir hören erst auf, wenn das Kapitel geschrieben ist, wenn der Protagonist seine momentane Aktion beendet hat, wenn wir die Idee, die wir hatten, bis zur Erschöpfung ausgelutscht haben.
Das ist falsch!
Hör dann auf, wenn du noch Ideen hast. Dann fällt dir der Einstieg bei der nächsten Schreibsitzung viel leichter.
Auch hier eignet sich ein striktes Zeitmanagement. Der Wecker klingelt nicht nur am Anfang, sondern auch am Ende deiner Sitzung. Wenn er klingelt, dann hör sofort auf zu schreiben, selbst wenn du noch mitten im Satz bist.
Wenn du dich das nächste mal an den Text setzt, liest du die letzten drei Sätze und schon weiß dein Gehirn wie es weiter geht.

Nicht redigieren, korrigieren oder lektorieren

Kennt ihr das nicht auch? Jeder Satz wird dreißig Mal umgedreht, bis er wirklich perfekt ist. Hier ein Wort streichen, da ein Komma einsetzen – oder vielleicht lieber ein Semikolon – und dann sind da ja auch noch diese lästigen Schreibfehler.
Halt!
Wenn du flüssig schreiben willst, dann schalte die Rechtschreibprüfung ab. Sowohl in deinem Kopf als auch in der Software. Schreiben und Redigieren sind ZWEI Arbeitsschritte. Sie funktionieren niemals gemeinsam. Das Schreiben ist ein kreativer Prozess. Redigieren nicht! Rechte und linke Hirnhälfte – du weißt schon.

Wenn du diese drei Ratschläge beherzigst, kommt es erst gar nicht zur Schreibblockade. Denn dein Hirn ist ständig im kreativen Modus und kann sich gar nicht mehr erinnern, wie es war vor einem weißen Blatt zu sitzen und zu grübeln.


Was man machen kann, wenn einem trotzdem nichts einfallen will, verrate ich in Teil 2.

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